FASD-Leitlinien

Die deutschen Leitlinien für FAS (www.awmf.org) orientieren sich eng an den Vorgaben aus Frankreich (Lemoine) und Nordamerika (IOM, CDC). Sie haben allerdings den Vorzug, dass sie auf den Ergebnissen von Studien hoher wissenschaftlicher Qualität basieren ("evidence based") und sich dort, wo solche Studien nicht vorliegen, angemessen vorsichtig äußern.

Die Leitlinien sprechen bezüglich des Vorhandenseins einzelner körperlicher Symptome sehr  bewußt durchgängig von "soll" oder "sollte". Diese Formulierungen bedeuten, dass mit den Leitlinien eine Hilfestellung gegeben wird, die in der Diagnostik des FAS orientieren will: sind diese Anzeichen vollständig oder teilweise beim Kind vorhanden, sollte an ein FAS gedacht werden.

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Für weitere Diagnosen aus dem FAS-Spektrum (partielles FAS, ARND) werden folgende Regeln gelten:

Partielles Fetales Alkoholsyndrom (pFAS):
A. 2 der folgenden 3 facialen Auffälligkeiten,
dokumentiert zu einem beliebigen Zeitpunkt:
1. Kurze Lidspalten (≤ 3. Perzentile)
2. Verstrichenes Philtrum (Rang 4 oder 5 Lip-Philtrum Guide)
3. Dünne Oberlippe (Rang 4 oder 5 Lip-Philtrum Guide)

B. Beeinträchtigung in mind. 3 der folgenden ZNS-Bereiche (falls mit objektiven Tests messbar jeweils mind. 2 SD unter der Norm):
1. Globale Intelligenzminderung
2. signifikante kombinierte Entwicklungsverzögerung bei Kindern ≤ 2 J.
3. Sprache
4. Feinmotorik
5. Räumlich-visuelle Wahrnehmung oder räumlich-konstruktive Fähigkeiten
6. Lern- oder Merkfähigkeit
7. Exekutive Funktionen
8. Rechenfertigkeiten
9. Aufmerksamkeit
10. Soziale Fertigkeiten oder Verhalten
11. Epilepsie
12. Mikrocephalie ≤ 10. Perzentile / ≤ 3. Perzentile

C. Bestätigter oder wahrscheinlicher mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft


Entwicklungsneurologische Störung nach PAE (ARND):
A. Beeinträchtigung in mind. 3 der folgenden ZNS-Bereiche (falls mit objektiven Tests messbar jeweils mind. 2 SD unter der Norm):
1. Globale Intelligenzminderung
2. signifikante kombinierte Entwicklungsverzögerung bei Kindern ≤ 2 J.
3. Sprache
4. Feinmotorik
5. Räumlich-visuelle Wahrnehmung oder räumlich-konstruktive Fähigkeiten
6. Lern- oder Merkfähigkeit
7. Exekutive Funktionen
8. Rechenfertigkeiten
9. Aufmerksamkeit
10. Soziale Fertigkeiten oder Verhalten
11. Epilepsie
12. Mikrocephalie ≤ 10. Perzentile / ≤ 3. Perzentile

B. Bestätigter mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft

Kurzgefasst haben wir nun folgende Diagnosekriterien: